Heute: Welttag gegen Internetzensur

Reporter ohne Grenzen‘ rufen heute zum 4. mal zum Welttag gegen Internetzensur auf. Mit dem Aktionstag soll auf die zunehmenede Internetzensur, wie auch auf Repressionen gegen Blogger_innen und Internetnutzer_innen im allgemeinen aufmerksam gemacht werden.

Auf der Website zum Aktionstag wurde heute der 103 Seiten umfassende ‘Reporter ohne Grenzen’-Internetbericht 2012 – “Feinde des Internets” veröffentlicht.

Reporter ohne Grenzen‘ rufen dazu auf am Aktionstag teilzunehmen und mit Bannern auf Blogs und Websiten bzw. mit Profilbildern in sozialen Netzen auf den Aktionstag aufmerksam zu machen.

Die Wau Holland Stiftung hat anlässlich des Aktionstages 12.000 Euro an den gemeinnützigen Verein Zwiebelfreunde e.V. gespendet (siehe golem.de), welcher Tor Server betreibt und so dabei hilft Internetzensurmaßnahmen zu umgehen.

Hinweis: “Diaspora and Me”

Pistos (Diaspora* Entwickler_in, siehe auch Diasp0ra.ca – Pistos Diaspora* Fork) ging heute in einem langen Post auf seine Erfahrungen mit Diaspora* ein. Neben den Gründen für die ‘Pistos-Fork‘ wird in dem Post auf diverse Kritikpunkte an den Hauptentwickler_innen (‘DiasporaInc.’) eingegangen. Bisher haben noch keine Hauptentwickler_innen reagiert, ich bin gespannt ob sich eine konstruktive Diskussion über die Zukunft von Diaspora* entwickelt.

Der Artikel ist lang (die Diskussion auch) und es ist spät, deshalb verlinke ich an dieser Stelle nur den Post ohne weiter darauf einzugehen. Mitdiskutieren kann wer einen Dispora* Account hat ;-)

Update [09.03.2012] Ich möchte jetzt (mit etwas mehr Zeit) noch die wichtigsten Punkte und Argumente des Artikels (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zusammefassen.

Pistos erklärt, dass er sein ‘Fork’ Projekt (seiner Meinung nach handelt es sich noch nicht um eine ‘richtige’ Fork) startete als seine Code Beiträge teilweise ohne Begründung abgelehnt wurden.

Problematisch findet er auch, dass Dienstleistungen von Google und Amazon innerhalb von joindiaspora.com (als Analyse Werkzeug, Speicherplatz, aber auch Mailinglisten etc.) genutzt werden. Weitere Kritikpunkte sind die fehlende Pod-Neutralität (der Quellcode ist wohl teilweise auf joindiaspora.com zugeschnitten) und die Fokussierung auf große skalierbare Pods statt auf viele kleine.

Der größte und wohl wichtigste Kritikpunkt ist die (ungenügende) Kommunikation. Sowohl die direkte Kommunikation mit Nutzer_innen und Mitentwickler_innen als auch die Dokumentation (u.a. des Quellcodes) empfindet Pistos als ungenügend. Die arbeit von Sean Tilley lob Pistos jedoch ausdrücklich, dieser wurde anscheinend von DiasporaInc. eingestellt um die Kommunikation mit der Community zu koordinieren / aufrecht zu erhalten.

Anfang 2012 wurden laut Pistos große Teile des Quellcodes ohne vorherige (rechtzeitige?) Ankündigung geändert. Das hatte nicht nur zur Folge, dass viele noch nicht in den ‘offiziellen’ Code eingeflossene Beiträge von Mitentwickler_innen unbrauchbar wurden, sondern auch , dass Pistos es aufgab, seinen Code kompatibel zum ‘offiziellen’ Code zu halten.

Im Februar 2012 kam dann die Ankündigung, dass das Konzept der Kommunikation der Pods untereinander umgestellt / neu programmiert würde, wodurch die Verbindungen zu allen nicht mit dem ‘offiziellen’ Code laufenden Pods (und auch zu ‘Friendica’) abbrechen würden. Die Arbeit an diesem Protokoll hat anscheinend auch schon begonnen und zwar ohne dass sie öffentlich dokumentiert oder diskutiert wurde / wird.

Soweit zu den (aus meiner Sicht) wichtigsten Punkten, anzumerken wäre noch, dass der Beitrag mittlerweile 64 mal reshared und 95 mal kommetiert wurde, sich allerdings kein Statement der Kern-Entwickler_innen darunter befindet.

Noch ein Hinweis, Pistos Post hat eine weitere interessante Diskussion angestoßen und zwar darüber, ob Diaspora* ein demokratisches Projekt ist (sein sollte) ist. Hier haben sich sogar einige Kern-Entwickler_innen zu Wort gemeldet.

Update [13.03.2012] Der aktuelle Blogpost der Kernentwickler_innen “How We Are” scheint wohl die Antwort auf beiden langen Diskussionen zu sein, welche von Pistos angestoßen wurden. Im Artikel stellen sie klar, dass sie die grundlegende Richtung des Projektes bestimmen, in diesem Rahmen aber für Hilfe offen sind. Auch auf die ‘Vision’ wird nochmal eingegangen, u.a. ist ihnen wichtig nicht nur ‘techmenschen’ anzusprechen. Am Ende des Artikels wird noch angedeutet, dass noch Informationen zum neuen Federationsystem kommen werden. Womit sie wohl auf Pistos Kritik an der mangelnden Kommunikation reagieren.

“Chicago Social Network” – Ein erster kommerzieller Diaspora* Pod

Die Firma Chicago.com Inc. eröffnet heute ihr soziales Netzwerk “Chicago Social Network“, welches auf Diaspora* basiert. Anmelden darf sich auf dem Pod der Firma  nur, wer eine kostenpflichtige Chicago.com E-Mailadresse besitzt. Die Diaspora* Hauptentwickler_innen  scheinen von dem Projekt selbst erst aus der Presse erfahren zu haben.

Im Moment sind viele Fragen offen und auf Diaspora* wird zurzeit eifrig diskutiert. Handelt es sich um eine Fork (Abspaltung vom Diaspora* Projekt) oder wird der Diaspora* Hauptzweig genutzt werden. Wird die AGPL unter welcher Diaspora* lizensiert ist korrekt angewendet? Das scheint zumindest angesichts der Terms of Service fraglich. Allerdings bin ich kein Jurist…eventuell steuert Diaspora* gerade auf einen ersten Rechtsstreit zu.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung, vielleicht bekommt das Diaspora* Projekt jetzt aus Chicago auch tatkräftige Unterstützung bei der weiteren Entwicklung? Das wäre zumindest wünschenswert.

crypto.cat – sicher und unkompliziert online chatten

catCrypto.cat ist eine WebApp, welche es ermöglicht, unkompliziert mit mehreren Personen verschlüsselt zu chatten.

Die Verschlüsselung (AES-256) der Daten (es ist auch möglich kleine Dateien auszutauschen) erfolgt im Browser selbst, so dass der Server niemals unverschlüsselte Daten zu sehen bekommt. Zudem werden nach 60 Minuten Inaktivität alle angefallenen Daten sicher vom Server gelöscht. (Mehr zum eingesetzten Verschlüsselungsverfahren, etc. -> Spec). Private und öffentliche Schlüssel werden dementsprechend für jede Sitzung neu generiert.

Um zu chatten kann auf www.crypto.cat ein neuer Chat angelegt, bzw. einem vorhandenen Chat beigetreten werden. Chatpartner_innen brauchen lediglich die URL des offenen Chats (bsp. https://crypto.cat/?c=3hitqj6v) um diesem beitreten zu können. (Der letzte Teil der URL hinter dem “=” ist der Name des Chats.)

Nach dem ein Nickname gewählt wurde, braucht crypto.cat für die sicherer Verschlüsselung Zufallsdaten, deshalb muss vor dem Betreten des Chats kurz wild in die Tasten gehauen werden, das ist aber auch alles was die Nutzer_innen von der ablaufenden Verschlüsselung mitbekommen (müssen).

Innerhalb des Chats ist es möglich durch einen Klick auf einen Nutzer_innennamen weitere Optionen zu erhalten. Unter Anderem können hier die Fingerprints der Nutzer_innen gefunden und verglichen werden.

cryptocat_options

Crypto.cat gibt es auch als Plugin für Chrome/Chromium damit ist es möglich das Programm im Browser laufen zu lassen, allerdings habe ich das nicht getestet, weil Google hierfür eine Anmeldung fordert.