Aktionen zum Jahrestag der NSA Enthüllungen

Am 5. bzw. 6. Juni (zwei Daten gibt es aufgrund der Zeitverschiebung) vor einem Jahr veröffentlichte Glenn Greenwald seinen den ersten Artikel auf Grundlage der Dokumente, welche er von Edward Snowden erhielt. Jahrestage bieten in der Regel eine gute Gelegenheit Themen nochmal in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Die (mir bekannten) Aktionen zum Jahrestag der NSA Enthüllungen halten sich doch leider in engem Rahmen, tatsächlich habe ich bisher nur von zweien gelesen.

So hat das Campact Netzwerk die Aktion “Ein Bett für Snowden” gestartet. Mit Türschildern sollen Menschen in Deutschland darauf hinweisen, dass sie im Gegensatz zu ihrer Regierung Edward Snowden durchaus aufnehmen würden. Prinzipiell ist die Aktion durchaus dazu geeignet Gespräche anzuregen und das Thema Überwachung zu thematisieren. Was mich stört ist die Beschränkung auf Deutschland, gerade so als ob nur dort überwacht werden würde, oder Snowden nur dort Asyl bekommen könnte. Naja, das liegt wohl an der Struktur von Campact. Eine andere nicht unberechtigte Kritik, von der ich gelesen habe, lautet, das Geld für die Schilder könnte auch direkt an Snowden gespendet werden. Ob die zu erwartende Öffentlichkeit durch die Schilder oder Snowdens Anwaltskosten zu decken wichtiger (oder überhaupt nötig) ist, darüber lässt sich sicherlich streiten. Zu spenden und ein Schild aufzuhängen sollte auch möglich sein. Die “offizielle” (zumindest von Greenwald beworbene) Spendenseite der Courage Foundation ist bei ihrem Verwendungszweck ein wenig unspezifisch, so wird Geld “for journalistic sources” gesammelt, außerdem geht es nur um die Anwaltskosten und eine öffentliche Kampagne, nicht um Snowdens laufende Kosten. Wie dem auch sei, eine andere Spendenseite habe ich zumindest noch nicht gefunden.

Die “Reset the Net” Kampagne möchte die Grundverschlüsselung im Internet verbessern und fordert Websitenbetreiber_innen und App Entwickler_innen dazu auf SSL/TLS mit HSTS und PFS bzw. Zertifikats Pinning zu implementieren. Außerdem soll es einen “Privacy Pack” für die für Endanwender_innen geben, welches Programme Pidgin mit OTR, Textsecure, HTTPS Everywhere, TOR und GnuPG empfielht (die Liste steht noch zu Diskussion). Ob die Programme auch im Pack heruntergeladen und installiert werden können ist mir nicht ganz klar, pädagogisch wertvoll wäre es jedenfalls nicht (Programme, sollten wenn sie schon nicht aus den Paketquellen stammen doch zumindest von der original Website kommen…). Auf jeden Fall kann der 5./6. Juni einen willkommenen Anlass bieten Bekannten und Freunden (noch) mal grundlegende sicherheits Werkzeuge nahe zu legen.

Um auf die Kampagne und den “Privacy Pack” aufmerksam zu machen wird es einen “Splash Screen” geben, quasi ein digitales Türschild für Websites,, das leider heute, vier Tage vor dem 5. Juni noch nicht fertig ist. US Bürger_innen sollen über den Splash Screen auch die Möglichkeit haben ihre Kongressabgeordneten zu kontaktieren.

Die Idee für mehr Verschlüsselung zu werben finde ich super, wird doch tatsächlich etwas bewirkt, indem der NSA u.a. die Arbeit schwerer gemacht wird.

Zusammenfassend können aktive (Netz)Bürger_innen am 5./6. Juni also guten Gewissens vor dem Bildschirm sitzen bleiben, nur zum anbringen des Türschildes muss sich kurz erhoben werden, von Demonstrationen im nicht-digitalen Raum habe ich leider noch nichts mitbekommen. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Demo-zum-NSA-Skandal-Snowden-im-Bett-Merkel-im-Sandkasten-2216662.html

Link: Video von Reset the Net

Neues Theme…

Im Oktober 2010 habe ich diesen Blog gestartet und meinen ersten Artikel veröffentlicht, nach über drei Jahren ist es mal Zeit für ein anderes Design.

Den 150.000 Aufruf des Blogs nehme ich zum Anlass für einen neuen Anstrich, welcher sowohl der Zeit, als auch den unterschiedlichen Displaygrößen, welche heute üblich sind besser entspricht.

Ich habe ein unaufdringliches, übersichtliches gewählt, ich hoffe es gefällt.

Fragen an Jonne Haß zu den aktuellen Entwicklungen bei Diaspora*

Über das dezentrale soziale Netzwerk Diaspora* habe ich in diesem Blog schon öfter berichtet. Am 24. April 2010 startete das Projekt mit einer bis dahin unübertroffenen Kickstarter Spendenkampagne. Es kamen statt der erhofften 10.000 US-Dollar 200.000 US-Dollar zusammen und das Projekt konnte mit einiger Medienaufmerksamkeit starten.
Am 27. August diesen Jahres erklärten die beiden Diaspora* Entwickler Daniel Grippi und Maxwell Salzberg über zwei Jahre nach dem Start des Projektes, dass die Kontrolle über Diaspora* der Community übergeben wird. Sean Tilley solle als Community Manager für die weitere Entwicklung sorgen. Etwas mehr als drei Monate später habe ich jetzt Jonne Haß, einem aktiven Diaspora* Entwickler Fragen dazu gestellt, wie es um die Entwicklung von Diaspora* bestellt ist.

DD: Was bedeutete die im August erklärte Übergabe der Kontrolle über Diaspora* an die Community für die Entwickler_innen von Diaspora*?

JH: Das kann ich natürlich nur für mich persönlich beantworten, ich habe allerdings das Gefühl das dies viele ähnlich sehen. Für mich war es die Möglichkeit Diaspora eine letzte Chance zu geben. Ich hatte mich in den voherigen Monaten doch stark aus der Entwicklung zurückgezogen und nur noch um die Lokalisation gekümmert, da ich gewissermaßen die Verantwortung für diesen Bereich übernommen habe, von den Gründern hat sich nie wirklich jemand damit beschäftigt. Der Schritt kam für uns wohl genauso überraschend wie für jeden anderen, was ein weiteres Mal zeigt, was so viele potentielle Entwickler abgeschreckt hat: mangelhafte Kommunikation seitens der Gründer. Da wir auch nicht mehr wussten als was in dem Blog Eintrag stand, galt es erstmal Informationen zu sammeln, sich zu organisieren. Und dieser Prozess dauert noch an. Unsere Hauptaufgabe ist es wohl die Entwickler die sich vom Projekt abgewendet haben zurückzugewinnnen und neue zu begeistern. So haben wir teilweise neue Workflows etabliert und angefangen Diaspora zu versionieren, um die gröbsten Fehler beseitigen zu können bevor sie Hauptzahl der Benutzer zu Gesicht bekommen. Und wir haben noch jede Menge Arbeit vor uns: Der Quellcode muss in einigen Bereichen umstrukturiert und aufgeräumt werden, Rails 4 steht vor der Haustür, wir brauchen eine neue Rechtsform, wohl eine amerikanische Foundation, um Spenden zu sammeln und Infrastruktur bereitzustellen, Diaspora nach außen zu vertreten und vieles mehr. Wir müssen das Protokoll überdenken und auch die Gründung eines deutschen e.V. der die Interessen Diasporas und der Federated social networks im allgemeinen vertritt. Wer hierbei helfen möchte kann sich auf unser Mailingliste hierfür melden (http://lists.diaspora-deutschland.de/listinfo/gruendung).

DD: Inwieweit sind Daniel und Maxwell noch an der Entwicklung beteiligt?

JH: Zurzeit nicht. Wie gesagt, ich weiß auch nicht mehr als das was öffentlich kommuniziert wurde. Seitens Maxwell gab es ein paar Vorschläge “was zu tun sei”, per privater E-Mail. Aktive Mitarbeit oder auch nur öffentlicher Diskurs dieser ist nicht vorhanden. Wir haben einige Dinge die für das spezielle Setup von joindiaspora.com, undokumentiert, im Repository lagen und Maxwell gebeten, wie es jeder andere große Pod tut, doch eine Branch für diese anzulegen. Dies hat er getan und scheint nach Veröffentlichung einer Version auch joindiaspora.com aktuell zu halten. Das Gefühl daß er sich dabei groß mit den Änderungen beschäftigt habe ich nicht. Von Daniel hab ich nichts mehr gesehen seit ich mich einige Monate aus der aktiven Entwicklung zurückgezogen hatte. Auch bei Makr.io scheint die Entwicklung… zu stagnieren. Sind wohl im um diese Jahreszeiten üblichen Urlaub.

DD: Die mangelnde Kommunikation mit der Community war ein häufig formulierter Kritikpunk am Kernentwickler_innen Team von Diaspora* Inc. Wie läuft die Kommunikation innerhalb der Community heute? So wurde ja beispielsweise eine Loomio Gruppe eingerichtet.

JH: Und diese ist zurzeit auch Hauptkommunikationstool. Loomio ist zurzeit noch in der privaten Beta, aber jeder der mitmachen möchte kann mich, Florian Staudacher, Sean Tilly oder so ziemlich jedes andere Mitglied kontaktieren und bekommt eine Einladung. Wir schließen niemanden aus. Auch die Aktivität auf unseren Mailinglisten (diaspora-discuss@googlegroups.com, diaspora-dev@googlegroups.com) erhöt sich langsam, nun da dort auch Antworten gegeben werden. Florian und ich sind eigentlich immmer wenn wir online sind im IRC (#diaspora, #diaspora-dev#diaspora-de auf Freenode) und geben schnelle Antwort auf Fragen und Probleme, lediglich Sean Tilly, den von Diaspora Inc. bezahlten “Community Manager” vermisse ich dort ab und zu, ansonsten leistet er gute Arbeit, auch wenn er in dem Bereich, wie wir alle, noch ein wenig Erfahrungen sammelt und ab und zu etwas ungeduldig ist ;).
Ich habe durch meine Erfahrung mit Diaspora, für mich persönlich, eine wichtige Regel in FOSS-Projekten aufgestellt: Die nicht öffentliche Kommunikation über das Projekt ist auf ein Minimum zu begrenzen. Und dieser Regel versuche ich so konsequent wie möglich zu folgen, da ich hier das Scheitern der Gründer von Diaspora begründet sehe. Ich versuche keine möglicherweise Kontroverse Änderung an Diaspora vorzunehmen ohne das darüber diskutiert und wenn nötig abgestimmt wurde, hierfür haben wir schließlich Lommio eingeführt. Hierbei helfen nicht zuletzt das neue Branching-Modell, mit einem Entwicklungszweig in dem die veröffentlichen Versionen liegen und einem in dem die nächste Version entwickelt wird, und der im Repository veröffentlichte und stets gepflegte Changelog (Änderungshistorie). Hierdurch können andere Änderungen schon vor der Veröffentlichung nachvollziehen und gegebenenfalls bedenken anmelden.
Desweiteren haben wir die Einträge im Bugtracker ziemlich komplett durchgetaggt und versuchen auch hier möglichst früh zu antworten und das schließen von Einträgen, im Gegensatz zu früher, sinnvoll zu begründen. Auch haben wir hier einen neuen Tag “Newcomer” eingeführt, der Suche nach einsteigerfreundlichen Dingen erleichtert.

DD: Wie kommt die Entwicklung seit der Übergabe von Diaspora* an die Community voran?

JH: Nun, zurzeit sind wir zwei Entwickler die Änderungesvorschläge in den Hauptzweig übernehmen können, daher verwenden wir die Zeit die wir für Diaspora aufbringen können zu einem Großteil mit diesen, denn nichts ist frustierender als kein Feedback über seine Arbeit zu bekommen, das können wir aus Erfahrung sagen. Desweiteren liegt ein aktueller Fokus darauf den Code aufzuräumen und sauber zu strukturieren, daher sehen die Endbenutzer zurzeit nicht viele Änderungen. Persöhnlich habe ich mir auch zum Ziel gesetzt die Abhängigkeiten Diasporas aktuell zu halten um die zukünftige Entwicklung nicht zu behindern und die wesentlich größere Arbeit zu sparen dies erst zu tun wenn es wirklich notwending wird.
Ansonsten möchte ich einfach mal auf den Changelog verweisen: Hier die veröffentliche Version: https://github.com/diaspora/diaspora/blob/master/Changelog.md, hier die Version die bereits die Änderungen enthält die in das nächste Release eingehen:https://github.com/diaspora/diaspora/blob/develop/Changelog.md

DD: Gibt es eine Roadmap bzw. was ist für die Zukunft geplant?

JH: Was die direkten nächsten Schritte sind habe ich, denke ich, bereits dargelegt. Aber generell gilt: Wenn jemand etwas tut, es mit Diasporas Zielen vereinbar ist, und der Code in Ordnung ist wird es niemand ablehnen. Wenn jemand etwas plant begrüßen wir es wenn vorher eine Diskussion auf Loomio gestartet wird.

Das Interesse seitens der App-Entwickler scheint zur Zeit wieder zuzunehmen, im Grunde fehlt nur noch ein kleines Team was eine API designt und implementiert.

DD: Wird es den lange ersehnten Chat und die Fotoalben geben?

JH: Zum Chat: Das Thema ist sehr schwierig, wir streiten uns nicht darüber ob es passiert, höchstens wie. Das Problem ist das wir gerne mit einer kostenlosen Heroku Instanz kompatibel bleiben möchten und daher ist es z.B. unmöglich einen seperaten XMPP-Server zu starten und diesen zu benutzen. Diasporas Protokoll selber ist auch (noch) ungeeignet da die Latenz viel zu hoch ist. Eine mögliche Lösung könnte das hinterlegen eines XMPP Accounts und die Integration eines XMPP Javascript Clients wie Jappix mini sein, jedoch bräuchten wir auch hierfür ein Netz aus (öffentlichen) BOSH-Servern. Zusammengefasst, ist das Thema in einem dezentralen Kontext technisch extrem aufwendig.

Zu den Fotoalben: Diese existierten ja schon zu Beginn, wurden aber entfernt da das richtige Bedienkonzept das diese mit den Aspekten verschmilzt fehlte. Und das tut es heute noch, wenn also jemand dort etwas hübsches Ausarbeitet, wer weiß was passieren wird ;)

DD: Ist die Kommunikation zwischen den Pods stabil?

JH: Das Protokoll ist leider nicht wirklich stabil, Latenzen, mangelhafte SSL-Setups und Downtimes haben leider immer wieder zur Folge das einzelne Nachrichten den Empfänger nicht erreichen oder aber auch der komplette ausgehende oder eingehende Traffic eines Pods nicht funktioniert. Auch gibt es das Problem das angehängte Bilder eines weitergesagten Beitrages nicht mitverteilt werden. Wir haben ca. 10% fehlerhaften Traffic im Netzwerk, über dessen Ursache wir derzeit noch spekulieren, das meiste scheint jedoch daher herzurühren das der Sender den Erfolg des sendens nicht mitbekommt und daher die Nachricht erneut schickt.

DD: Wie sieht es aus mit Spenden? Werden die benötigt und gibt es überhaupt Strukturen diese zu verwalten?

JH: Die an das Diaspora Projekt gehen zurzeit an Diaspora Inc. und damit in die Refinanzierung von joindiaspora.com. Bis wir eine Foundation oder zumindest einen e.V. haben können wir daran nicht viel ändern.

DD: Wo kann ich Spenden, wenn ich zur Entwicklung von Diaspora* beitragen möchte?

JH: Kleine Beiträge sind schwierig, evtl. kann man sich für ein bestimmtes Feature zusamementun und einen Entwickler bezahlen ;)

DD: Laut den Statistiken von diasp.eu steigt die Zahl Diaspora* Nutzer_innen langsam aber stetig an. Wie wird sich das Projekt deiner Meinung nach im kommenden Jahr entwickeln?

JH: Puh, Prognosen :P. Statt Vermutungen äußere ich lieber mal Wünsche: Ich hoffe das wir zahlreiche neue Entwickler gewinnen können und sich eine starke Community für die Fortführung des Projektes bildet, nur so können wir weiterhin wachsen. Ich möchte zum Schluß noch einmal klarstellen das Diaspora sich nicht als Facebook-Konkurrent sieht und nie gesehen hat, es auch nicht ersetzen möchte. Facebook hat und wird immer seine Berechtigung besitzen, es gibt Dinge die ein dezentrales Netzwerk nicht leisten kann, wie das Auffinden von Freunden und Bekannten, und es gibt Dinge die ein zentrales Netzwerk nicht leisten kann, wie das Teilen sensitiver Inhalte mit eben diesen Freunden und Bekannten. Diaspora ist eine Alternative Art der Kommunikation, kein Ersatz für eine bestehende Form. Und ich wünsche mir das dies auch so bleibt.

DD: Vielen dank

Heute: Welttag gegen Internetzensur

Reporter ohne Grenzen‘ rufen heute zum 4. mal zum Welttag gegen Internetzensur auf. Mit dem Aktionstag soll auf die zunehmenede Internetzensur, wie auch auf Repressionen gegen Blogger_innen und Internetnutzer_innen im allgemeinen aufmerksam gemacht werden.

Auf der Website zum Aktionstag wurde heute der 103 Seiten umfassende ‘Reporter ohne Grenzen’-Internetbericht 2012 – “Feinde des Internets” veröffentlicht.

Reporter ohne Grenzen‘ rufen dazu auf am Aktionstag teilzunehmen und mit Bannern auf Blogs und Websiten bzw. mit Profilbildern in sozialen Netzen auf den Aktionstag aufmerksam zu machen.

Die Wau Holland Stiftung hat anlässlich des Aktionstages 12.000 Euro an den gemeinnützigen Verein Zwiebelfreunde e.V. gespendet (siehe golem.de), welcher Tor Server betreibt und so dabei hilft Internetzensurmaßnahmen zu umgehen.

“Chicago Social Network” – Ein erster kommerzieller Diaspora* Pod

Die Firma Chicago.com Inc. eröffnet heute ihr soziales Netzwerk “Chicago Social Network“, welches auf Diaspora* basiert. Anmelden darf sich auf dem Pod der Firma  nur, wer eine kostenpflichtige Chicago.com E-Mailadresse besitzt. Die Diaspora* Hauptentwickler_innen  scheinen von dem Projekt selbst erst aus der Presse erfahren zu haben.

Im Moment sind viele Fragen offen und auf Diaspora* wird zurzeit eifrig diskutiert. Handelt es sich um eine Fork (Abspaltung vom Diaspora* Projekt) oder wird der Diaspora* Hauptzweig genutzt werden. Wird die AGPL unter welcher Diaspora* lizensiert ist korrekt angewendet? Das scheint zumindest angesichts der Terms of Service fraglich. Allerdings bin ich kein Jurist…eventuell steuert Diaspora* gerade auf einen ersten Rechtsstreit zu.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung, vielleicht bekommt das Diaspora* Projekt jetzt aus Chicago auch tatkräftige Unterstützung bei der weiteren Entwicklung? Das wäre zumindest wünschenswert.

crypto.cat – sicher und unkompliziert online chatten

catCrypto.cat ist eine WebApp, welche es ermöglicht, unkompliziert mit mehreren Personen verschlüsselt zu chatten.

Die Verschlüsselung (AES-256) der Daten (es ist auch möglich kleine Dateien auszutauschen) erfolgt im Browser selbst, so dass der Server niemals unverschlüsselte Daten zu sehen bekommt. Zudem werden nach 60 Minuten Inaktivität alle angefallenen Daten sicher vom Server gelöscht. (Mehr zum eingesetzten Verschlüsselungsverfahren, etc. -> Spec). Private und öffentliche Schlüssel werden dementsprechend für jede Sitzung neu generiert.

Um zu chatten kann auf www.crypto.cat ein neuer Chat angelegt, bzw. einem vorhandenen Chat beigetreten werden. Chatpartner_innen brauchen lediglich die URL des offenen Chats (bsp. https://crypto.cat/?c=3hitqj6v) um diesem beitreten zu können. (Der letzte Teil der URL hinter dem “=” ist der Name des Chats.)

Nach dem ein Nickname gewählt wurde, braucht crypto.cat für die sicherer Verschlüsselung Zufallsdaten, deshalb muss vor dem Betreten des Chats kurz wild in die Tasten gehauen werden, das ist aber auch alles was die Nutzer_innen von der ablaufenden Verschlüsselung mitbekommen (müssen).

Innerhalb des Chats ist es möglich durch einen Klick auf einen Nutzer_innennamen weitere Optionen zu erhalten. Unter Anderem können hier die Fingerprints der Nutzer_innen gefunden und verglichen werden.

cryptocat_options

Crypto.cat gibt es auch als Plugin für Chrome/Chromium damit ist es möglich das Programm im Browser laufen zu lassen, allerdings habe ich das nicht getestet, weil Google hierfür eine Anmeldung fordert.

Diasp0ra.ca – Pistos Diaspora* Fork

Schon seit längerem existiert mit Diasp0ra.ca eine Diaspora* Fork, welche zumindest innerhalb der Diaspora* Community einige Aufmerksamkeit erregt hat. Grund für diese Aufmerksamkeit ist das offene Ohr des / der (Haupt-)Entwickler_in (?) “Pistos” für für die Wünsche der Nutzer_innen.

Pistos hat, in für Diaspora* Verhältnisse erstaunlich kurzer Zeit, eine Menge interessanter und nützlicher Features entwickelt. Neben einem Chat, Gruppen, einer API und einem #Tag-Filter für den Stream gibt es eine Vorschau für Posts und Kommentare, eine Liste populärer Hashtags und die Möglichkeit Posts und Kommentare zu durchsuchen, um nur einige wichtige Neuerungen zu nennen.

‘Events’ sind aktuell in Planung und auch die Liste der Features “Under Consideration” hält einige von vielen Nutzer_innen lang gewünschte Features bereit, unter Anderem Posts zu editieren, die Weiterentwicklung der mobilen Diaspora* Seite und End-to-end encryption (E2EE).  Eine Liste aller vorhandenen, geplanten und ‘berücksichtigten’ Features befindet sich im Wiki des Projekts.

Leider läuft diese Fork erst auf vier Pods (Diaspora* Servern) und zumindest diasp0ra.ca hat während meinen Tests nur sehr langsam reagiert (,was an der Popularität der Fork unter den Diaspora* Nutzer_innen liegen könnte).

Ein weiteres Problem für die Fork könnte aufgrund der Pläne der Entwickler_innen von Diaspora Inc. (Diasporas Hauptentwickler_innen) entstehen. Diese haben in einer IRC Konferenz am 16.02.12 angekündigt die Kommunikation zwischen den Pods grundlegend zu überarbeiten, wobei die Kompatibilität zum bisherigen System “nicht die höchste Priorität hat” “was bedeutet, dass alle wichtigen Forks unkompatibel” zu Diaspora Inc. Version sein werden (frei Übersetzt Vgl. http://pastebin.com/z1rkBCUN 632 – 633). Bleibt zu hoffen, dass die Diaspora Inc. Entwickler_innen diese Position noch einmal überdenken und auch in Zukunft Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Arten von Diaspora* Pods möglich bleiben und Diaspora* nicht nur ein dezentrales sondern auch vielfältiges soziales Netzwerk bleibt.

Startpage.com – eine Scroogle.org Alternative

Nachdem der Suchmaschinen-Proxy Scroogle.org (Artikel zu Scroogle) über einen längeren Zeitraum keine Ergebnisse von Google mehr liefern konnte und mittlerweile offline zu sein scheint, habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht.

Alternative Dienste wie www.duckduckgo.com und www.ixquick.com liefern leider keine (reinen?) Google Ergebnisse, auf deren (zumindest gefühlte) Qualität ich nicht verzichten möchte.

Jetzt habe ich Startpage.com entdeckt, hierbei handelt es sich um einen Dienst von Ixquick.com, welcher lediglich Google Ergenisse liefert. Die Ixquick Datenschutzerklärung klingt vernünftig, es ist (im Gegensatz zu Scroogle) möglich die Google Bildersuche zu nutzen und als weiteren Service kann Startpage, wie auch Ixquick, als Proxy  für den Webseitenbesuch genutzt werden.

Bei Interesse kann Startpage über einen Link unterhalb des Suchfeldes zu Firefox bzw. Chromium/Chrome hinzugefügt werden.

Update [22.02.2012] Jetzt ist es amtlich ‘Scroogle ist tot’. Sehr schade.

Kurzes Diaspora* Update

Die Entwickler_innen des dezentralen sozialen Netzwerks Diaspora* schrauben gerade kräftig an der Oberfläche von Diaspora*. Dabei verschwand vor einigen Tagen der “Like”-Button zugunsten eines “Pin”-Buttons. Mit dem “Pin”-Button konnte ein Post markiert werden, so dass er im ‘neuen’ “Participate” Stream auftauchte und nicht im endlosen Fluss der neuen Posts im “Explore”-Stream unterging.

Heute kam der “Like”-Button dann nach ‘heftigen’ Protesten zurück. Außerdem werden jetzt einzelnen Posts nicht mehr ‘angepinnt’, sondern ihnen kann, im “My Activity”-Stream (welcher “Explore” ersetzt) “gefolgt” (follow) werden.

Damit extistieren aktuell (ich gehe nicht davon aus, dass das die letzten Änderungen am Bedienkonzept waren) zwei Streams. Der “Stream”, in welchem alle Posts von Leuten auftauchen denen gefolgt wird, sowie alle Posts, welche mit entsprechenden #Tags versehen sind.

diaspora_bar

Daneben gibt es den “My Activity”-Stream. Hier befinden sich alle Posts in welchen man ‘erwähnt’ (Mention) wurde, die man kommentiert, ge-‘liked’ bzw. selbst geschrieben hat. In diesem Stream werden die Posts nicht chronologisch, sondern nach dem Zeitpunkt der letzten Aktivität sortiert (Kommentar, Like, …).

Mit diesem beiden Streams haben die Entwickler_innen meiner Meinung nach ein sinnvolles Konzept gefunden die unterschiedlichen Funktionen zusammenzufassen.

Diaspora* NutzerInnen Statistik

Oft werde ich gefragt, wie viele Menschen denn schon auf Diaspora* sind. Leider (oder glücklicherweise) lässt sich diese Frage bei einem dezentralen sozialen Netzwerk wie Diaspora* nicht so leicht beantworten, weil die Daten nicht in einer zentralen Datenbank lagern, sondern auf viele verschiedene verteilt sind.

Dankenswerterweise hat sich jetzt jemand die Mühe gemacht, die NutzerInnenzahlen von insgesamt 70 Diaspora* Pods (Servern) zusammenzutragen. Die Zahlen lassen reichlich Raum zur Interpretation. Die Schätzungen reichen von 325.904 bis hin zu 521.446 NutzerInnen (Stand: 22.11.2011).

Der Interpretationsspielraum ergibt sich dadurch, dass nur die Zahlen in der ersten Spalte  (“Connected People”) bekannt sind. Diese setzt sich aus den tatsächlichen Pod NutzerInnen und den NutzerInnen-Profilen von Menschen zusammen, welche nur Kontakte auf dem entsprechenden Pod haben (deren öffentliches Profil wird hier aus Performance gründen zwischengespeichert). Die Anzahl der tatsächlichen Pod NutzerInnen kann dementsprechend nur geschätzt werden, indem die wahrscheinliche Anzahl der NutzerInnen anderer Pods abgezogen wird, deren öffentliches Profil nur zwischengespeichert ist. Die Schätzung beruht auf den Daten des Pods diasp.eu.

Wie hoch der Anteil der tatsächlich aktiven NutzerInnen ist, kann anhand der Zahlen nicht festgestellt werden.

https://diasp.eu/stats.html