Hinweis: Neues Diaspora* Wiki

Das Diaspora* Wiki zieht gerade von Github in eine MediaWiki Installation um und ist jetzt unter wiki.diaspora-project.org zu finden. Die Startseite macht schon einen sehr aufgeräumten Eindruck.

Wer beim Umzug der Inhalte von Github in das neue Wiki helfen möchte findet hier eine kurze Checkliste, was dabei zu beachten ist und welche Artikel schon umgezogen sind.

Fragen an Jonne Haß zu den aktuellen Entwicklungen bei Diaspora*

Über das dezentrale soziale Netzwerk Diaspora* habe ich in diesem Blog schon öfter berichtet. Am 24. April 2010 startete das Projekt mit einer bis dahin unübertroffenen Kickstarter Spendenkampagne. Es kamen statt der erhofften 10.000 US-Dollar 200.000 US-Dollar zusammen und das Projekt konnte mit einiger Medienaufmerksamkeit starten.
Am 27. August diesen Jahres erklärten die beiden Diaspora* Entwickler Daniel Grippi und Maxwell Salzberg über zwei Jahre nach dem Start des Projektes, dass die Kontrolle über Diaspora* der Community übergeben wird. Sean Tilley solle als Community Manager für die weitere Entwicklung sorgen. Etwas mehr als drei Monate später habe ich jetzt Jonne Haß, einem aktiven Diaspora* Entwickler Fragen dazu gestellt, wie es um die Entwicklung von Diaspora* bestellt ist.

DD: Was bedeutete die im August erklärte Übergabe der Kontrolle über Diaspora* an die Community für die Entwickler_innen von Diaspora*?

JH: Das kann ich natürlich nur für mich persönlich beantworten, ich habe allerdings das Gefühl das dies viele ähnlich sehen. Für mich war es die Möglichkeit Diaspora eine letzte Chance zu geben. Ich hatte mich in den voherigen Monaten doch stark aus der Entwicklung zurückgezogen und nur noch um die Lokalisation gekümmert, da ich gewissermaßen die Verantwortung für diesen Bereich übernommen habe, von den Gründern hat sich nie wirklich jemand damit beschäftigt. Der Schritt kam für uns wohl genauso überraschend wie für jeden anderen, was ein weiteres Mal zeigt, was so viele potentielle Entwickler abgeschreckt hat: mangelhafte Kommunikation seitens der Gründer. Da wir auch nicht mehr wussten als was in dem Blog Eintrag stand, galt es erstmal Informationen zu sammeln, sich zu organisieren. Und dieser Prozess dauert noch an. Unsere Hauptaufgabe ist es wohl die Entwickler die sich vom Projekt abgewendet haben zurückzugewinnnen und neue zu begeistern. So haben wir teilweise neue Workflows etabliert und angefangen Diaspora zu versionieren, um die gröbsten Fehler beseitigen zu können bevor sie Hauptzahl der Benutzer zu Gesicht bekommen. Und wir haben noch jede Menge Arbeit vor uns: Der Quellcode muss in einigen Bereichen umstrukturiert und aufgeräumt werden, Rails 4 steht vor der Haustür, wir brauchen eine neue Rechtsform, wohl eine amerikanische Foundation, um Spenden zu sammeln und Infrastruktur bereitzustellen, Diaspora nach außen zu vertreten und vieles mehr. Wir müssen das Protokoll überdenken und auch die Gründung eines deutschen e.V. der die Interessen Diasporas und der Federated social networks im allgemeinen vertritt. Wer hierbei helfen möchte kann sich auf unser Mailingliste hierfür melden (http://lists.diaspora-deutschland.de/listinfo/gruendung).

DD: Inwieweit sind Daniel und Maxwell noch an der Entwicklung beteiligt?

JH: Zurzeit nicht. Wie gesagt, ich weiß auch nicht mehr als das was öffentlich kommuniziert wurde. Seitens Maxwell gab es ein paar Vorschläge “was zu tun sei”, per privater E-Mail. Aktive Mitarbeit oder auch nur öffentlicher Diskurs dieser ist nicht vorhanden. Wir haben einige Dinge die für das spezielle Setup von joindiaspora.com, undokumentiert, im Repository lagen und Maxwell gebeten, wie es jeder andere große Pod tut, doch eine Branch für diese anzulegen. Dies hat er getan und scheint nach Veröffentlichung einer Version auch joindiaspora.com aktuell zu halten. Das Gefühl daß er sich dabei groß mit den Änderungen beschäftigt habe ich nicht. Von Daniel hab ich nichts mehr gesehen seit ich mich einige Monate aus der aktiven Entwicklung zurückgezogen hatte. Auch bei Makr.io scheint die Entwicklung… zu stagnieren. Sind wohl im um diese Jahreszeiten üblichen Urlaub.

DD: Die mangelnde Kommunikation mit der Community war ein häufig formulierter Kritikpunk am Kernentwickler_innen Team von Diaspora* Inc. Wie läuft die Kommunikation innerhalb der Community heute? So wurde ja beispielsweise eine Loomio Gruppe eingerichtet.

JH: Und diese ist zurzeit auch Hauptkommunikationstool. Loomio ist zurzeit noch in der privaten Beta, aber jeder der mitmachen möchte kann mich, Florian Staudacher, Sean Tilly oder so ziemlich jedes andere Mitglied kontaktieren und bekommt eine Einladung. Wir schließen niemanden aus. Auch die Aktivität auf unseren Mailinglisten (diaspora-discuss@googlegroups.com, diaspora-dev@googlegroups.com) erhöt sich langsam, nun da dort auch Antworten gegeben werden. Florian und ich sind eigentlich immmer wenn wir online sind im IRC (#diaspora, #diaspora-dev#diaspora-de auf Freenode) und geben schnelle Antwort auf Fragen und Probleme, lediglich Sean Tilly, den von Diaspora Inc. bezahlten “Community Manager” vermisse ich dort ab und zu, ansonsten leistet er gute Arbeit, auch wenn er in dem Bereich, wie wir alle, noch ein wenig Erfahrungen sammelt und ab und zu etwas ungeduldig ist ;).
Ich habe durch meine Erfahrung mit Diaspora, für mich persönlich, eine wichtige Regel in FOSS-Projekten aufgestellt: Die nicht öffentliche Kommunikation über das Projekt ist auf ein Minimum zu begrenzen. Und dieser Regel versuche ich so konsequent wie möglich zu folgen, da ich hier das Scheitern der Gründer von Diaspora begründet sehe. Ich versuche keine möglicherweise Kontroverse Änderung an Diaspora vorzunehmen ohne das darüber diskutiert und wenn nötig abgestimmt wurde, hierfür haben wir schließlich Lommio eingeführt. Hierbei helfen nicht zuletzt das neue Branching-Modell, mit einem Entwicklungszweig in dem die veröffentlichen Versionen liegen und einem in dem die nächste Version entwickelt wird, und der im Repository veröffentlichte und stets gepflegte Changelog (Änderungshistorie). Hierdurch können andere Änderungen schon vor der Veröffentlichung nachvollziehen und gegebenenfalls bedenken anmelden.
Desweiteren haben wir die Einträge im Bugtracker ziemlich komplett durchgetaggt und versuchen auch hier möglichst früh zu antworten und das schließen von Einträgen, im Gegensatz zu früher, sinnvoll zu begründen. Auch haben wir hier einen neuen Tag “Newcomer” eingeführt, der Suche nach einsteigerfreundlichen Dingen erleichtert.

DD: Wie kommt die Entwicklung seit der Übergabe von Diaspora* an die Community voran?

JH: Nun, zurzeit sind wir zwei Entwickler die Änderungesvorschläge in den Hauptzweig übernehmen können, daher verwenden wir die Zeit die wir für Diaspora aufbringen können zu einem Großteil mit diesen, denn nichts ist frustierender als kein Feedback über seine Arbeit zu bekommen, das können wir aus Erfahrung sagen. Desweiteren liegt ein aktueller Fokus darauf den Code aufzuräumen und sauber zu strukturieren, daher sehen die Endbenutzer zurzeit nicht viele Änderungen. Persöhnlich habe ich mir auch zum Ziel gesetzt die Abhängigkeiten Diasporas aktuell zu halten um die zukünftige Entwicklung nicht zu behindern und die wesentlich größere Arbeit zu sparen dies erst zu tun wenn es wirklich notwending wird.
Ansonsten möchte ich einfach mal auf den Changelog verweisen: Hier die veröffentliche Version: https://github.com/diaspora/diaspora/blob/master/Changelog.md, hier die Version die bereits die Änderungen enthält die in das nächste Release eingehen:https://github.com/diaspora/diaspora/blob/develop/Changelog.md

DD: Gibt es eine Roadmap bzw. was ist für die Zukunft geplant?

JH: Was die direkten nächsten Schritte sind habe ich, denke ich, bereits dargelegt. Aber generell gilt: Wenn jemand etwas tut, es mit Diasporas Zielen vereinbar ist, und der Code in Ordnung ist wird es niemand ablehnen. Wenn jemand etwas plant begrüßen wir es wenn vorher eine Diskussion auf Loomio gestartet wird.

Das Interesse seitens der App-Entwickler scheint zur Zeit wieder zuzunehmen, im Grunde fehlt nur noch ein kleines Team was eine API designt und implementiert.

DD: Wird es den lange ersehnten Chat und die Fotoalben geben?

JH: Zum Chat: Das Thema ist sehr schwierig, wir streiten uns nicht darüber ob es passiert, höchstens wie. Das Problem ist das wir gerne mit einer kostenlosen Heroku Instanz kompatibel bleiben möchten und daher ist es z.B. unmöglich einen seperaten XMPP-Server zu starten und diesen zu benutzen. Diasporas Protokoll selber ist auch (noch) ungeeignet da die Latenz viel zu hoch ist. Eine mögliche Lösung könnte das hinterlegen eines XMPP Accounts und die Integration eines XMPP Javascript Clients wie Jappix mini sein, jedoch bräuchten wir auch hierfür ein Netz aus (öffentlichen) BOSH-Servern. Zusammengefasst, ist das Thema in einem dezentralen Kontext technisch extrem aufwendig.

Zu den Fotoalben: Diese existierten ja schon zu Beginn, wurden aber entfernt da das richtige Bedienkonzept das diese mit den Aspekten verschmilzt fehlte. Und das tut es heute noch, wenn also jemand dort etwas hübsches Ausarbeitet, wer weiß was passieren wird ;)

DD: Ist die Kommunikation zwischen den Pods stabil?

JH: Das Protokoll ist leider nicht wirklich stabil, Latenzen, mangelhafte SSL-Setups und Downtimes haben leider immer wieder zur Folge das einzelne Nachrichten den Empfänger nicht erreichen oder aber auch der komplette ausgehende oder eingehende Traffic eines Pods nicht funktioniert. Auch gibt es das Problem das angehängte Bilder eines weitergesagten Beitrages nicht mitverteilt werden. Wir haben ca. 10% fehlerhaften Traffic im Netzwerk, über dessen Ursache wir derzeit noch spekulieren, das meiste scheint jedoch daher herzurühren das der Sender den Erfolg des sendens nicht mitbekommt und daher die Nachricht erneut schickt.

DD: Wie sieht es aus mit Spenden? Werden die benötigt und gibt es überhaupt Strukturen diese zu verwalten?

JH: Die an das Diaspora Projekt gehen zurzeit an Diaspora Inc. und damit in die Refinanzierung von joindiaspora.com. Bis wir eine Foundation oder zumindest einen e.V. haben können wir daran nicht viel ändern.

DD: Wo kann ich Spenden, wenn ich zur Entwicklung von Diaspora* beitragen möchte?

JH: Kleine Beiträge sind schwierig, evtl. kann man sich für ein bestimmtes Feature zusamementun und einen Entwickler bezahlen ;)

DD: Laut den Statistiken von diasp.eu steigt die Zahl Diaspora* Nutzer_innen langsam aber stetig an. Wie wird sich das Projekt deiner Meinung nach im kommenden Jahr entwickeln?

JH: Puh, Prognosen :P. Statt Vermutungen äußere ich lieber mal Wünsche: Ich hoffe das wir zahlreiche neue Entwickler gewinnen können und sich eine starke Community für die Fortführung des Projektes bildet, nur so können wir weiterhin wachsen. Ich möchte zum Schluß noch einmal klarstellen das Diaspora sich nicht als Facebook-Konkurrent sieht und nie gesehen hat, es auch nicht ersetzen möchte. Facebook hat und wird immer seine Berechtigung besitzen, es gibt Dinge die ein dezentrales Netzwerk nicht leisten kann, wie das Auffinden von Freunden und Bekannten, und es gibt Dinge die ein zentrales Netzwerk nicht leisten kann, wie das Teilen sensitiver Inhalte mit eben diesen Freunden und Bekannten. Diaspora ist eine Alternative Art der Kommunikation, kein Ersatz für eine bestehende Form. Und ich wünsche mir das dies auch so bleibt.

DD: Vielen dank

Neues dezentrales soziales Netzwerk von Ex-Diasporians gegründet

Die beiden früheren Diaspora* Mitentwickler_innen Pistos (siehe u.a. Hinweis: “Diaspora and Me”) und Rekado haben ein neues Projekt begonnen. Libertree heißt das dezentrale soziale Netzwerk, welches sich momentan in der Alpha Phase befindet. Es ist offensichtlich eine Reaktion auf die Entwicklungen bei Diaspora*. Libertree ist freie Software und steht unter einer AGPL Lizenz, der Quellcode ist auf Github zu finden.

Pistos war schon zuvor durch seine Diaspora/Pistos Fork bekannt, seit einiger Zeit war auf Diaspora* nicht mehr viel von ihm zu hören, jetzt erklärt sich warum. Sobald ich einen Testaccount und mehr Zeit habe, werde ich mehr zum Thema schreiben.

Hinweis: “Diaspora and Me”

Pistos (Diaspora* Entwickler_in, siehe auch Diasp0ra.ca – Pistos Diaspora* Fork) ging heute in einem langen Post auf seine Erfahrungen mit Diaspora* ein. Neben den Gründen für die ‘Pistos-Fork‘ wird in dem Post auf diverse Kritikpunkte an den Hauptentwickler_innen (‘DiasporaInc.’) eingegangen. Bisher haben noch keine Hauptentwickler_innen reagiert, ich bin gespannt ob sich eine konstruktive Diskussion über die Zukunft von Diaspora* entwickelt.

Der Artikel ist lang (die Diskussion auch) und es ist spät, deshalb verlinke ich an dieser Stelle nur den Post ohne weiter darauf einzugehen. Mitdiskutieren kann wer einen Dispora* Account hat ;-)

Update [09.03.2012] Ich möchte jetzt (mit etwas mehr Zeit) noch die wichtigsten Punkte und Argumente des Artikels (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) zusammefassen.

Pistos erklärt, dass er sein ‘Fork’ Projekt (seiner Meinung nach handelt es sich noch nicht um eine ‘richtige’ Fork) startete als seine Code Beiträge teilweise ohne Begründung abgelehnt wurden.

Problematisch findet er auch, dass Dienstleistungen von Google und Amazon innerhalb von joindiaspora.com (als Analyse Werkzeug, Speicherplatz, aber auch Mailinglisten etc.) genutzt werden. Weitere Kritikpunkte sind die fehlende Pod-Neutralität (der Quellcode ist wohl teilweise auf joindiaspora.com zugeschnitten) und die Fokussierung auf große skalierbare Pods statt auf viele kleine.

Der größte und wohl wichtigste Kritikpunkt ist die (ungenügende) Kommunikation. Sowohl die direkte Kommunikation mit Nutzer_innen und Mitentwickler_innen als auch die Dokumentation (u.a. des Quellcodes) empfindet Pistos als ungenügend. Die arbeit von Sean Tilley lob Pistos jedoch ausdrücklich, dieser wurde anscheinend von DiasporaInc. eingestellt um die Kommunikation mit der Community zu koordinieren / aufrecht zu erhalten.

Anfang 2012 wurden laut Pistos große Teile des Quellcodes ohne vorherige (rechtzeitige?) Ankündigung geändert. Das hatte nicht nur zur Folge, dass viele noch nicht in den ‘offiziellen’ Code eingeflossene Beiträge von Mitentwickler_innen unbrauchbar wurden, sondern auch , dass Pistos es aufgab, seinen Code kompatibel zum ‘offiziellen’ Code zu halten.

Im Februar 2012 kam dann die Ankündigung, dass das Konzept der Kommunikation der Pods untereinander umgestellt / neu programmiert würde, wodurch die Verbindungen zu allen nicht mit dem ‘offiziellen’ Code laufenden Pods (und auch zu ‘Friendica’) abbrechen würden. Die Arbeit an diesem Protokoll hat anscheinend auch schon begonnen und zwar ohne dass sie öffentlich dokumentiert oder diskutiert wurde / wird.

Soweit zu den (aus meiner Sicht) wichtigsten Punkten, anzumerken wäre noch, dass der Beitrag mittlerweile 64 mal reshared und 95 mal kommetiert wurde, sich allerdings kein Statement der Kern-Entwickler_innen darunter befindet.

Noch ein Hinweis, Pistos Post hat eine weitere interessante Diskussion angestoßen und zwar darüber, ob Diaspora* ein demokratisches Projekt ist (sein sollte) ist. Hier haben sich sogar einige Kern-Entwickler_innen zu Wort gemeldet.

Update [13.03.2012] Der aktuelle Blogpost der Kernentwickler_innen “How We Are” scheint wohl die Antwort auf beiden langen Diskussionen zu sein, welche von Pistos angestoßen wurden. Im Artikel stellen sie klar, dass sie die grundlegende Richtung des Projektes bestimmen, in diesem Rahmen aber für Hilfe offen sind. Auch auf die ‘Vision’ wird nochmal eingegangen, u.a. ist ihnen wichtig nicht nur ‘techmenschen’ anzusprechen. Am Ende des Artikels wird noch angedeutet, dass noch Informationen zum neuen Federationsystem kommen werden. Womit sie wohl auf Pistos Kritik an der mangelnden Kommunikation reagieren.

“Chicago Social Network” – Ein erster kommerzieller Diaspora* Pod

Die Firma Chicago.com Inc. eröffnet heute ihr soziales Netzwerk “Chicago Social Network“, welches auf Diaspora* basiert. Anmelden darf sich auf dem Pod der Firma  nur, wer eine kostenpflichtige Chicago.com E-Mailadresse besitzt. Die Diaspora* Hauptentwickler_innen  scheinen von dem Projekt selbst erst aus der Presse erfahren zu haben.

Im Moment sind viele Fragen offen und auf Diaspora* wird zurzeit eifrig diskutiert. Handelt es sich um eine Fork (Abspaltung vom Diaspora* Projekt) oder wird der Diaspora* Hauptzweig genutzt werden. Wird die AGPL unter welcher Diaspora* lizensiert ist korrekt angewendet? Das scheint zumindest angesichts der Terms of Service fraglich. Allerdings bin ich kein Jurist…eventuell steuert Diaspora* gerade auf einen ersten Rechtsstreit zu.

Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung, vielleicht bekommt das Diaspora* Projekt jetzt aus Chicago auch tatkräftige Unterstützung bei der weiteren Entwicklung? Das wäre zumindest wünschenswert.

Diasp0ra.ca – Pistos Diaspora* Fork

Schon seit längerem existiert mit Diasp0ra.ca eine Diaspora* Fork, welche zumindest innerhalb der Diaspora* Community einige Aufmerksamkeit erregt hat. Grund für diese Aufmerksamkeit ist das offene Ohr des / der (Haupt-)Entwickler_in (?) “Pistos” für für die Wünsche der Nutzer_innen.

Pistos hat, in für Diaspora* Verhältnisse erstaunlich kurzer Zeit, eine Menge interessanter und nützlicher Features entwickelt. Neben einem Chat, Gruppen, einer API und einem #Tag-Filter für den Stream gibt es eine Vorschau für Posts und Kommentare, eine Liste populärer Hashtags und die Möglichkeit Posts und Kommentare zu durchsuchen, um nur einige wichtige Neuerungen zu nennen.

‘Events’ sind aktuell in Planung und auch die Liste der Features “Under Consideration” hält einige von vielen Nutzer_innen lang gewünschte Features bereit, unter Anderem Posts zu editieren, die Weiterentwicklung der mobilen Diaspora* Seite und End-to-end encryption (E2EE).  Eine Liste aller vorhandenen, geplanten und ‘berücksichtigten’ Features befindet sich im Wiki des Projekts.

Leider läuft diese Fork erst auf vier Pods (Diaspora* Servern) und zumindest diasp0ra.ca hat während meinen Tests nur sehr langsam reagiert (,was an der Popularität der Fork unter den Diaspora* Nutzer_innen liegen könnte).

Ein weiteres Problem für die Fork könnte aufgrund der Pläne der Entwickler_innen von Diaspora Inc. (Diasporas Hauptentwickler_innen) entstehen. Diese haben in einer IRC Konferenz am 16.02.12 angekündigt die Kommunikation zwischen den Pods grundlegend zu überarbeiten, wobei die Kompatibilität zum bisherigen System “nicht die höchste Priorität hat” “was bedeutet, dass alle wichtigen Forks unkompatibel” zu Diaspora Inc. Version sein werden (frei Übersetzt Vgl. http://pastebin.com/z1rkBCUN 632 – 633). Bleibt zu hoffen, dass die Diaspora Inc. Entwickler_innen diese Position noch einmal überdenken und auch in Zukunft Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Arten von Diaspora* Pods möglich bleiben und Diaspora* nicht nur ein dezentrales sondern auch vielfältiges soziales Netzwerk bleibt.

Kurzes Diaspora* Update

Die Entwickler_innen des dezentralen sozialen Netzwerks Diaspora* schrauben gerade kräftig an der Oberfläche von Diaspora*. Dabei verschwand vor einigen Tagen der “Like”-Button zugunsten eines “Pin”-Buttons. Mit dem “Pin”-Button konnte ein Post markiert werden, so dass er im ‘neuen’ “Participate” Stream auftauchte und nicht im endlosen Fluss der neuen Posts im “Explore”-Stream unterging.

Heute kam der “Like”-Button dann nach ‘heftigen’ Protesten zurück. Außerdem werden jetzt einzelnen Posts nicht mehr ‘angepinnt’, sondern ihnen kann, im “My Activity”-Stream (welcher “Explore” ersetzt) “gefolgt” (follow) werden.

Damit extistieren aktuell (ich gehe nicht davon aus, dass das die letzten Änderungen am Bedienkonzept waren) zwei Streams. Der “Stream”, in welchem alle Posts von Leuten auftauchen denen gefolgt wird, sowie alle Posts, welche mit entsprechenden #Tags versehen sind.

diaspora_bar

Daneben gibt es den “My Activity”-Stream. Hier befinden sich alle Posts in welchen man ‘erwähnt’ (Mention) wurde, die man kommentiert, ge-’liked’ bzw. selbst geschrieben hat. In diesem Stream werden die Posts nicht chronologisch, sondern nach dem Zeitpunkt der letzten Aktivität sortiert (Kommentar, Like, …).

Mit diesem beiden Streams haben die Entwickler_innen meiner Meinung nach ein sinnvolles Konzept gefunden die unterschiedlichen Funktionen zusammenzufassen.

Diaspora* NutzerInnen Statistik

Oft werde ich gefragt, wie viele Menschen denn schon auf Diaspora* sind. Leider (oder glücklicherweise) lässt sich diese Frage bei einem dezentralen sozialen Netzwerk wie Diaspora* nicht so leicht beantworten, weil die Daten nicht in einer zentralen Datenbank lagern, sondern auf viele verschiedene verteilt sind.

Dankenswerterweise hat sich jetzt jemand die Mühe gemacht, die NutzerInnenzahlen von insgesamt 70 Diaspora* Pods (Servern) zusammenzutragen. Die Zahlen lassen reichlich Raum zur Interpretation. Die Schätzungen reichen von 325.904 bis hin zu 521.446 NutzerInnen (Stand: 22.11.2011).

Der Interpretationsspielraum ergibt sich dadurch, dass nur die Zahlen in der ersten Spalte  (“Connected People”) bekannt sind. Diese setzt sich aus den tatsächlichen Pod NutzerInnen und den NutzerInnen-Profilen von Menschen zusammen, welche nur Kontakte auf dem entsprechenden Pod haben (deren öffentliches Profil wird hier aus Performance gründen zwischengespeichert). Die Anzahl der tatsächlichen Pod NutzerInnen kann dementsprechend nur geschätzt werden, indem die wahrscheinliche Anzahl der NutzerInnen anderer Pods abgezogen wird, deren öffentliches Profil nur zwischengespeichert ist. Die Schätzung beruht auf den Daten des Pods diasp.eu.

Wie hoch der Anteil der tatsächlich aktiven NutzerInnen ist, kann anhand der Zahlen nicht festgestellt werden.

https://diasp.eu/stats.html

Diaspora* update

diasporaDas dezentrale soziale Netzwerk Diaspora* geht gerade in großen Schritten auf die Beta-Phase zu.

Seit meinem letzten Artikel zum Thema ist einiges passiert, zu den interessantesten Neuerungen zählt sicher die Möglichkeit #Hashtags zu folgen. Leider führt diese Funktion auch zu Spam, welcher glücklicherweise noch Seltenheitswert auf Diaspora* hat. Die EntwicklerInnen haben mit einer ‘ignorieren’ Funktion auf das Problem reagiert. Die Funktion ähnelt im Moment einem AdBlocker, betroffene Posts werden schlicht ausgeblendet, eine ‘richtige’ Block-Funktion wird wohl aber folgen.

Aber auch in der Community rund um das Projekt hat sich einiges getan. Neben einem deutschsprachigen Wiki und Forum zu Diaspora*, sind Seiten wie http://whatisdiaspora.com/, http://www.findapod.com/http://diasporial.com/, Diaspora : Le guide du parfait débutant und ein englisch sprachiges Forum enstanden. Außerdem gibt es mittlerweile eine vielzahl an Browser und WordPress Plugins, Share Buttons und sonstige nette tools, im offiziellen Wiki sind einige gesammelt.

Für alle Interessierten, hier noch ein schickes kleines Stop-Motion Video über Diaspora*

https://www.youtube.com/watch?v=_4mMSxWEnjU