Aktionen zum Jahrestag der NSA Enthüllungen

Am 5. bzw. 6. Juni (zwei Daten gibt es aufgrund der Zeitverschiebung) vor einem Jahr veröffentlichte Glenn Greenwald seinen den ersten Artikel auf Grundlage der Dokumente, welche er von Edward Snowden erhielt. Jahrestage bieten in der Regel eine gute Gelegenheit Themen nochmal in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Die (mir bekannten) Aktionen zum Jahrestag der NSA Enthüllungen halten sich doch leider in engem Rahmen, tatsächlich habe ich bisher nur von zweien gelesen.

So hat das Campact Netzwerk die Aktion „Ein Bett für Snowden“ gestartet. Mit Türschildern sollen Menschen in Deutschland darauf hinweisen, dass sie im Gegensatz zu ihrer Regierung Edward Snowden durchaus aufnehmen würden. Prinzipiell ist die Aktion durchaus dazu geeignet Gespräche anzuregen und das Thema Überwachung zu thematisieren. Was mich stört ist die Beschränkung auf Deutschland, gerade so als ob nur dort überwacht werden würde, oder Snowden nur dort Asyl bekommen könnte. Naja, das liegt wohl an der Struktur von Campact. Eine andere nicht unberechtigte Kritik, von der ich gelesen habe, lautet, das Geld für die Schilder könnte auch direkt an Snowden gespendet werden. Ob die zu erwartende Öffentlichkeit durch die Schilder oder Snowdens Anwaltskosten zu decken wichtiger (oder überhaupt nötig) ist, darüber lässt sich sicherlich streiten. Zu spenden und ein Schild aufzuhängen sollte auch möglich sein. Die „offizielle“ (zumindest von Greenwald beworbene) Spendenseite der Courage Foundation ist bei ihrem Verwendungszweck ein wenig unspezifisch, so wird Geld „for journalistic sources“ gesammelt, außerdem geht es nur um die Anwaltskosten und eine öffentliche Kampagne, nicht um Snowdens laufende Kosten. Wie dem auch sei, eine andere Spendenseite habe ich zumindest noch nicht gefunden.

Die „Reset the Net“ Kampagne möchte die Grundverschlüsselung im Internet verbessern und fordert Websitenbetreiber_innen und App Entwickler_innen dazu auf SSL/TLS mit HSTS und PFS bzw. Zertifikats Pinning zu implementieren. Außerdem soll es einen „Privacy Pack“ für die für Endanwender_innen geben, welches Programme Pidgin mit OTR, Textsecure, HTTPS Everywhere, TOR und GnuPG empfielht (die Liste steht noch zu Diskussion). Ob die Programme auch im Pack heruntergeladen und installiert werden können ist mir nicht ganz klar, pädagogisch wertvoll wäre es jedenfalls nicht (Programme, sollten wenn sie schon nicht aus den Paketquellen stammen doch zumindest von der original Website kommen…). Auf jeden Fall kann der 5./6. Juni einen willkommenen Anlass bieten Bekannten und Freunden (noch) mal grundlegende sicherheits Werkzeuge nahe zu legen.

Um auf die Kampagne und den „Privacy Pack“ aufmerksam zu machen wird es einen „Splash Screen“ geben, quasi ein digitales Türschild für Websites,, das leider heute, vier Tage vor dem 5. Juni noch nicht fertig ist. US Bürger_innen sollen über den Splash Screen auch die Möglichkeit haben ihre Kongressabgeordneten zu kontaktieren.

Die Idee für mehr Verschlüsselung zu werben finde ich super, wird doch tatsächlich etwas bewirkt, indem der NSA u.a. die Arbeit schwerer gemacht wird.

Zusammenfassend können aktive (Netz)Bürger_innen am 5./6. Juni also guten Gewissens vor dem Bildschirm sitzen bleiben, nur zum anbringen des Türschildes muss sich kurz erhoben werden, von Demonstrationen im nicht-digitalen Raum habe ich leider noch nichts mitbekommen. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Demo-zum-NSA-Skandal-Snowden-im-Bett-Merkel-im-Sandkasten-2216662.html

Link: Video von Reset the Net

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